Dr. med. AMNON GILDOR

Meine Landschaften

Meine Geburtststadt TEL AVIV (zu Deutsch: "Frühlingsberg") prägte mich in vielen, mir sicherlich noch nicht vollständig bekannten Wegen. Das Meer und die Liebe zum Wasser stammen sicherlich daher. Auch meine Liebe für Kultur, Kunst und Musik begann in Tel Aviv, eine pulsierende Kultur-Metropole.  

Tel Aviv

Tel Aviv 

Eine weitere für mich prägende Landschaft ist Jerusalem (wir nennen die Stadt YERUSCHALAYIM). Als Kind dürfte ich nicht in die Altstadt hinein. Sie war unter Jordanischer Besatzung und war für Israelies Tabu. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967, als die ganze Stadt unter der israelischen Fahne vereint wurde begann für uns eine intensive Liebesbeziehung. Die alten Mauern, der Weihrauchduft in den Kirchen, der Mix aus dem Ruf des Muezins und Glockenklang, die neugierigen Blicke von  Kindern in den ultraorthodoxen jüdischen Virteln und vor allem das Gefühl, dass jede Stein, jeder Baum und jeder Lichtstrahl eine besondere, geheimnisvolle und doch wohlwollende Botschaft für mich bereit hält - das ist für mich YERUSCHALAYIM.

Jerusalem

YERUSCHALAYIM: Nachtansicht aus dem Ölberg

Und was wäre ein Mensch ohne ein wenig Wüste? Kein Wunder, dass alle große Lehrer und Meister eine Zeit in der Wüste verbracht haben. Stille, ein ganz besonderes Licht, trockene Hitze und eine unstillbare Sehnsucht nach Wasser, nach dem Element, das ein Leben ermöglicht - so liebe ich die Wüste. Nach einer gewissen Zeit fängt die Wüste an auch mit mir zu reden. Kein Wunder, dass das Hebräische Wort für Wüste MIDBAR heißt - "Ein Ort der redet"... Wenn die Wüste redet, öffne ich meine Ohren besonders weit: Es lohnt sich zuzuhören. Niergenswo kann man so viel über die Schöpfung - über sich selbst - lernen wie in der Wüste.

Die Wüste Negev

Die Wüste Negev, nicht weit von EILAT

Nun lebe ich in Europa. Neue Landschaften, neue Düfte, neue Klänge, neue Menschen... Meine Lieblingslandschaft in Europa ist die TOSKANA. Ich denke immer: So müsste Israel ausgesehen haben, bevor die verschiedenen Eroberer das Land missbraucht, ausgenutzt und zur Wüste gemacht haben. Siena, Florenz und Pisa besuche ich so oft ich kann und spüre immer wieder den süße Duft der freie Kultur. 

Aber in SAN GALGANO werde ich immer wieder von der absolute Schönheit und dem Puls, der aus dem Rhythmus der Säulen entsteht, tief gerührt. Die kleine Kapelle, wo der Heilige sein Schwert in den Felsen hineinstiess, als Zeichen für das Ende der Kriegszeit in seinem Leben ist für mich zum heiligen Pilgerort geworden.

San GalganoSan Galgano

San Galgano